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Partnerschaftliche Begegnungen in Honduras – Tag 4

Am vierten Tag kamen um 8 Uhr morgens verschiedene Produzenten vorbei, um Muster abzugeben, die wir am Samstag verkosten werden. Es war eine illustre Runde in unserem kleinen Häuschen, wo fünf Produzenten zusammenkamen. Einer von ihnen brühte einen V60-Filter auf, und wir hatten viele interessante Gespräche.

Gleichzeitig kam Michael aus Österreich an, von der Rösterei Prem Frischkaffee, der uns nun für mehrere Tage begleiten wird.

Nach einem gemeinsamen Essen fuhren wir zu einer wunderschönen Finca, die von Eduardo, einem passionierten Agronomen und Botaniker, geführt wird. Die Farm war nicht nur mit verschiedenen Pflanzen, sondern auch mit zahlreichen Bienenstöcken bestückt, da er ebenfalls Honig produziert. Der Rundgang über die idyllische Farm am Abend, als die Sonne unterging, war besonders beeindruckend. Er zeigte uns den Anbau von Pflanzen wie Kardamom und viele weitere.

Eduardo erzählte uns auch von den aktuellen Herausforderungen: Aufgrund der hohen Kaffeepreise verkauft er viele Kaffeekirschen direkt, ohne sie weiterzuverarbeiten. Dennoch hat er die Mengen, die er Quijote versprochen hatte, unter Marktwert eingebracht und betonte, wie sehr er die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Quijote schätzt. Es war ein weiteres Beispiel dafür, wie sich langfristige, partnerschaftliche Handelsbeziehungen lohnen.

Am Ende sahen wir noch, wie Kaffee entpulpt wurde, was wir auf Video festhielten. Erschöpft aber erfüllt, kehrten wir ins Hotel zurück und ließen den Tag bei einem gemeinsamen Abendessen ausklingen.
Am fünften Tag begannen wir früh und machten uns nach einem schnellen Frühstück auf den Weg zu Don Tacho, einem der größten Produzenten von Natural der COMSA, der mit seiner Familie 30 Hektar bewirtschaftet. Dort angekommen, beeindruckte uns erneut, wie die Pflanzen ohne chemische Mittel gedeihen und trotzdem gesund aussehen. Ein zentrales Thema war der Klimawandel, der die klaren Jahreszeiten verschwimmen lässt und so die kontinuierliche Blüte und Fruchtbildung der Kaffeepflanzen beeinflusst. Dies erschwert die Ernte, da an den Pflanzen reife und unreife Früchte gleichzeitig vorhanden sind, was zu einer erhöhten Arbeitsbelastung führt.

Glücklicherweise bot die aktuelle Trockenzeit ideale Bedingungen für die Reifung und Trocknung der Kaffeekirschen, was die Qualität verbesserte. Nach der Besichtigung der Felder genossen wir in einer kleinen Cafeteria auf der Finca einen frisch gezogenen Espresso. Dabei tauschten wir Kaffee: Ich überreichte Don Tacho eine Packung unserer „Bass“-Espressoröstung von Avenir, und er gab uns seinen Kaffee. Es war schön zu sehen, wie sehr die Farmer hier auf hohe Kaffeequalität achten und Espressomaschinen nutzen.

Am Ende des Tages gaben wir die Samples von Don Tacho zur Verkostung ab und kehrten erschöpft, aber zufrieden ins Hotel zurück.